Podiumsdiskussion Bauturbo statt Umbauturbo?

190 Teilnehmende diskutieren zu Wohnraumsuffizienz

Am 20. Oktober 2025 fand die Podiumsdiskussion "Bauturbo statt Umbauturbo? Chancen und Risiken für Kommunen" im Münsterforum statt. 190 Teilnehmende nahmen in Präsenz und online an der Veranstaltung teil. Sie fand als Kooperation der Katholischen Akademie Freiburg, der Stabsstelle Schöpfung und Umwelt und dem Verein Klimaschutz im Bundestag e.V. statt.

 
Mit der beschlossenen Baugesetzbuch-Novelle – dem sogenannten „Bauturbo“ – erhalten die Kommunen nie da gewesene Freiheiten in Bezug auf das Bauplanungsrecht. Ein interdisziplinär besetztes Podium beleuchtete die Vor- und Nachteile für Mensch und Umwelt. 
 
  
 
Nach der Begrüßung durch Sonja Jiménez (Stabsstelle Schöpfung und Umwelt) erläuterte Philipp George (Klimaschutz im Bundestag e. V.) in einem Impulsvortrag die Änderungen, die der Bauturbo mit sich bringt. So können künftig Projekte im Außenbereich auch ohne Bebauungsplan realisiert werden – ein ernstzunehmendes Risiko für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für eine kluge Nachverdichtung: etwa durch Aufstockungen, Wohnprojekte in Gewerbegebieten oder die Umnutzung von Büros.
 
Der Gesetzentwurf verspricht neue Freiheiten, wirft aber auch viele Fragen auf. Welche gesellschaftlichen Ziele wollen wir mit diesen Freiheiten erreichen? Wie lässt sich verhindern, dass neue Projekte unsere Flächen- und Klimaziele torpedieren? Wie können wir gezielt günstige, barrierefreie und flächenschonende Wohnungen schaffen? Und: Müssen wir überhaupt so viel neu bauen – oder brauchen wir vor allem ein besseres Wohnraummanagement?
 
Diese Fragen diskutierten im Anschluss Martin Linser (Vizepräsident Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband e.V.), Dipl.-Ing. (FH) Manfred Sautter (stv. Bezirksvorsitzender, Architektenkammer Baden-Württemberg) und Sophie Schwer (Fraktionsvorsitzende Bündnis90/Die Grünen im Freiburger Gemeinderat). Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Dr. Rebecca Albert (Katholische Akademie).
 
Bereits im Juni fand eine gemeinsame Podiumsdisskusion "Verteilungskrise statt Wohnungskrise? - Bausteine für gutes und gerechtes Bauen" statt.
 
Suffizienz in der Erzdiözese Freiburg und darüber hinaus
Die Stabsstelle Schöpfung und Umwelt der Erzdiözese Freiburg hat Suffizienz seit zwei Jahren als Schwerpunkt festgelegt und möchte das Thema, u.a. mit Veranstaltungen wie dieser, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik rücken. Mehr über die Aktivitäten rund um das Thema Suffizienz in der Erzdiözese erhalten Sie hier.
 
Suffizienz, oder anders eine „Strategie des Genugs“, stellt die Frage nach dem richtigen Maß für Konsum und Produktion – und geht somit uns alle an. Konkreter geht um die Frage: Wie können wir, auf unseren endlichen Planeten mit begrenzten Ressourcen ein „gutes Leben“ mit sozialem Fundament für möglichst viele Menschen gewährleisten – jetzt und in Zukunft? Suffizienz knüpft dabei an grundlegende Werte unserer Gesellschaft und auch an christliche Werte an: ein „gutes Genug“ ohne Verschwendung. Institutionen wie der Sachverständigenrat für Umweltfragen, die EU-Kommission, der Deutsche Städtetag und auch die Kirchen, organisiert im ökumenischen Netzwerk „Eine Erde“, fordern eine Suffizienzpolitik.