St. Raphael Schulen Heidelberg
Auch an den St. Raphael Schulen Heidelberg in Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg sind die Themen Fairer Handel und Klimaschutz nicht mehr wegzudenken, spätestens seit 2004: Damals organisierte der Geographielehrer Johannes Schmid zum ersten Mal die Umweltprojekttage vor den Sommerferien, die seitdem fester Bestandteil des Schullebens sind. Aus der Motivation heraus, die Schöpfung zu bewahren, entwickelte sich an der katholischen Schule schnell der Wunsch, diesem wichtigen Thema mehr als nur einmal jährlich Zeit zu widmen. So wurde schon bald darauf eine Umwelt-AG gegründet, in der sich Schüler_innen wöchentlich austauschen konnten. Anfangs lag der Fokus dabei auf Energiesparen und Energieeffizienz, über Spenden konnte eine Photovoltaik-Anlage auf dem Schuldach finanziert werden. Mit der Zeit entwickelte sich aus der AG dann die Schülerfirma RaFAIRel, um Schulhefte aus recyceltem Papier sowie fair gehandelte Snacks an der Schule zu verkaufen. 2019 folgte schließlich auch die offizielle Anerkennung als Fairtrade-School. Doch was bedeutet das genau? Hierfür müssen einige Kritierien erfüllt sein: Es braucht ein Schulteam, in dem Schüler_innen, Eltern, Lehrer_innen und Schulleitung vertreten sind, um Treffen und Aktivitäten an der Schule zum Fairen Handel zu organisieren. Im sogenannten "Kompass" müssen die Ziele der gemeinsamen Arbeit festgehalten werden. Darüber hinaus sollen faire Produkte an der Schule verkauft werden und das Thema einen festen Platz in mindestens zwei Unterrichtsfächern erhalten. An den St. Raphael Schulen werden daher im Religions- und Geographieunterricht u.a. der Anbau von Bananen und Kakaobohnen, aber auch die Bedingungen in der globalisierten Textilindustrie kritisch behandelt. Zuletzt müssen im laufenden Schuljahr Aktionen zum Fairen Handel stattfinden, was z.B. über Fairtrade-Nikoläuse, Umweltprojekttage und mit einem Stand am Tag der offenen Tür umgesetzt wird.
Zur bereits erwähnten Schülerfirma-AG, die sich unter der Leitung von Johannes Schmid um den Pausenverkauf von fairen Produkten kümmert, kamen aufgrund der großen Nachfrage und der inhaltlichen Breite der Themen zuletzt noch zwei weitere AGs hinzu. Denn die Schüler_innen, so die Gemeinschaftskundelehrerin Julia Braunschädel, wollen nicht nur reden, sondern vor allem etwas tun. Die Fairtrade-AG plant unter ihrer Leitung daher verstärkt Aktionstage, wie z.B. letzten Herbst zum Thema Kakao im Rahmen der Fairtrade-Kampagne "Sweet Revolution". Und in der AG Klimaküche können Schüler_innen seit vergangenem Schuljahr umweltfreundliche Rezepte kennenlernen und ausprobieren. Somit engagieren sich insgesamt zur Zeit ca. 45 Schüler_innen in den drei AGs.
Wichtig ist Johannes Schmid und Julia Braunschädel trotzdem, das Thema nicht nur im Rahmen von Aktionen und Kampagnen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Vielmehr geht es ihnen darum, dass es an der Schule im Alltag zur Normalität und Gewohnheit wird, fair einzukaufen und zu handeln. So wird auch bei Geschenken, z.B. zu Abschieden oder zu Ehrungen, selbstverständlich im schuleigenen Weltladen eingekauft. Außerdem finden zweimal jährlich von den Schüler_innen organisierte Kleidertauschbörsen an der Schule statt. Daher ist es letztlich nicht überraschend, dass die St. Raphael Schulen nicht nur an der Fairtrade School-Kampagne, sondern auch an der Initiative fair.nah.logisch. der Erzdiözese Freiburg teilnehmen. Das heißt, dass sie darauf achten, die Beschaffung von Produkten nicht nur nach den Maßstäben des fairen Handels auszurichten – sondern zusätzlich auch nach dem Regionalitäts-Prinzip sowie der ökologischen Verträglichkeit.
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